Search

Ich sorge für mich, egal, was im außen passiert – Radikale Selbstfürsorge

Updated: Jan 30

Selbstfürsorge, Selfcare, Selbstliebe – alles Klischees, oder? Eine reine Freizeitbeschäftigung? Wer braucht das schon? Ich bin davon überzeugt. Wir alle brauchen sie – ob wir uns dessen schon bewusst sind oder nicht. (von Kerstin Thost von @kerstins_reflektion)


Mein Leben hat sich lange ums Hustlen und Perfektion gedreht. Nie war ich meinem kritischen Verstand genug: Noch mehr Projekte, noch mehr Freunde, noch mehr Klamotten. Ich dachte: das macht man halt so. Ich dachte: Irgendwann komme ich an einen Punkt, an dem ich endlich genug geleistet habe, so dass ich mich glücklich fühle. Aber der lang ersehnte Zeitpunkt kam nicht.


Als Kinder wollten wir endlich erwachsen werden. In der Schule warten wir auf den Abschluss und die Berufsausbildung. Während der Berufsausbildung warten wir dann auf das Berufsleben. Und schließlich im Beruf streben auf zur Rente. „Dann kann ich mich endlich entspannen. Dann bin ich endlich glücklich.“ Aber die harte Wahrheit ist: Wahrscheinlich vergessen die meisten Menschen auf dem Weg dahin, wie es sich überhaupt anfühlt, glücklich und erfüllt zu sein. Der Zweck des Lebens hat den Erwartungen zu entsprechen. Weil wir unglaubliche Angst haben, „was die anderen Leute sagen werden, wenn ich einen anderen, nicht normalen Weg einschlage.“


Das Radikalste, was du machen kannst, ist: dich selbst zu lieben.


Erst jetzt im Nachhinein kann ich erkennen, dass ich damals ein funktionierender Teil eines Systems war. Eines Systems, das davon lebt und wortwörtlich damit Geld verdient, dass wir uns nicht als genug befinden. Dass wir etwas leisten, um geliebt zu werden. Aber diese Konditionierungen müssen nicht unser Leben bestimmen. Denn die Macht über dein Leben liegt bei dir. Vielleicht hat dir als Kind mal jemand gesagt, dass du zu laut bist. Vielleicht haben deine Eltern dir ihre Liebe entzogen, wenn die Schulnoten „nicht gestimmt“ haben. Alle Erlebnisse, bei denen dir gesagt worden ist, wie du zu handeln, zu fühlen und zu sein hast, sind in diesem Moment Vergangenheit. Du könntest dein Leben weiter daran ausrichten und diesen Stimmen im Kopf Gehör schenken. Oder du kannst dich selbst als mächtig, als vollständig und als liebenswert annehmen. Und dich dann auch so um dich kümmern, als wärst du dein|e beste|r Freund|in. Dem/der würdest du auch nicht sagen: „Du Versager*in, jetzt hast du das schon wieder nicht geschafft. Nein, es ist mir egal, ob du gerade traurig bist. Reiß` dich gefälligst zusammen und arbeite weiter. Ausruhen kannst du dich, wenn du tot bist.“ Aber leider schrecken wir oft nicht davor zurück, genauso mit uns selbst umzugehen.


Selbstliebe kann man nicht mit Overnight-Delivery bestellen


Inzwischen ist die Selbstliebe schon berühmt-berüchtigt. Meistens suchen wir bei diesem Thema nach einem Quick-fix für all unserer Probleme. Mit Online-Shopping, in Social-Media oder beim Zocken. Jedes Gefühl scheint stets nur einen Tastendruck entfernt. Diese Dinge geben uns zwar einen kurzfristigen Dopamin-Hit. Aber die Zufriedenheit ist nicht sehr nachhaltig, weil es sich hierbei eher um Ablenkung handelt. Längerfristige und nachhaltige Zufriedenheit, Lebensfreude und Leichtigkeit lassen sich meistens nicht mit Errungenschaften im Außen erreichen. Wenn wir uns grundsätzlich nicht für gut genug halten. Dann ändern nicht einmal ein neuer Job oder ein anderer Partner etwas an unserer Lebenseinstellung.


Die schlechte Nachricht ist, dass Selbstfürsorge Arbeit bedeutet. Arbeit, die dir kein Mensch abnehmen kann. Diese verletzenden Stimmen sind teilweise schon so lange da, wie wir uns erinnern können, und bis jetzt haben immer auf sie gehört. Deshalb darfst du dich erst mal von dem Ziel lösen, sofort in Selbstliebe zu schwelgen. Diesen Schalter, den man einfach umlegen kann, gibt es meiner Erfahrung nach nicht. Der essenzielle Schritt zwischen Selbstverurteilung und Selbstliebe ist die Selbstannahme. Für diese Selbstannahme deines Körpers und deiner ganzen Persönlichkeit brauchst du an allererste Stelle Zeit, um dich besser kennenzulernen.


Selbstfürsorge ist wie ein Reset-Button


Die gute Nachricht: Du machst dich weniger von den Sachen abhängig, die dich im Außen aus deiner Ruhe bringen wollen. Du kannst von einem Ort der inneren Sicherheit und des Selbstvertrauens auf alle Situationen in deinem Leben reagieren. Dir werden plötzlich Zusammenhänge klar, auf die du früher nie gekommen wärst. Du kannst endlich klare Entscheidungen treffen. Und zwar nicht dadurch, dass du noch viele Wochen länger über sie nachdenkst. Sondern dadurch, dass du dir eine Auszeit nimmst und mal an etwas anderes denkst. Durch diese Pausen kann ich sogar MEHR leisten. Außerdem kommen in der Stille neue kreative Ideen. „Wow, dann probiere ich das auch mal aus, wenn ich dadurch noch LEISTUNGSSTÄRKER werde!“ Halt, stopp! Darum geht es nicht!


Meine Selbstfürsorge gibt mir die Kraft für Aktivismus. Auch meine Beziehungen haben sich seitdem drastisch verbessert. Ich fange keinen grundlosen Streit mehr an. Meistens liegt die Ursache für einen Konflikt nämlich bei der Person, die sich unglücklich fühlt, und im Außen schuldige Personen oder Umstände dafür finden möchte. Ob es der verspätete Zug ist oder der Chef.


Selbstfürsorge ist keine Religion. Es gibt kein richtig und kein falsch.


Sebstfürsorge ist kein neues Ideal, das du erfüllen musst. Denn es geht um dich und deine Bedürfnisse und dein Traumleben. Niemand anderes kann dir sagen, wie du dich am aller Besten um dich selbst kümmerst. DU bist DEIN|E eigene|r Expert|in in Sachen Selbstfürsorge.


Vielleicht ist das, was du brauchst, mehr Zeit und Raum, die du dir selbst schenkst. Ganz ohne irgendetwas leisten zu müssen. Vielleicht bedeutet das aber auch für dich, dass du endlich eine Therapie anfängst und dich von Expert|innen auf deinem Weg der Heilung unterstützen lässt. Vielleicht brauchst du aber auch einfach einmal die Woche ein klassisches Schaumbad. Deiner Fantasie sind bei deiner Selbstfürsorge keine Grenzen gesetzt.


Mache Selbstfürsorge zum Teil deines Alltags


Ganz ehrlich: niemand denkt, er oder sie hat wirklich Zeit im vollen Terminkalender, sich um sich selbst zu kümmern. Es ist eine Sache von Prioritäten. Selbstliebe bedeutet auch mal eine halbe Stunde früher ins Bett zu gehen. Oder man schaut während dem Essen kein Video. Selbstfürsorge ist alles, was du dir selbst an Zeit schenkst, die dir guttut. Also frage dich jetzt: Wie kann ich mehr Selbstfürsorge in meinen Alltag intergieren und dabei realistische Ziele setzen?


PS: Aber auch bei mir klappt es nicht immer. Wenn du dir einmal keine Zeit für Selbstfürsorge nimmst, ist das halb so schlimm. Hauptsache du verurteilst dich jetzt nicht selbst und machst dich dafür fertig. Das bringt dich nicht weiter. Fang nach einer kleine Pause wieder damit an. Oder teste neue Formen der Selbstfürsorge. Alles, was du machen darfst, ist: Ankommen. Spüren. Sein.


Wie kann ich dir beim Thema „Selbstfürsorge“ helfen?

Allein fällt es uns manchmal wahnsinnig schwer, unserem Willen auch Taten folgen zu lassen. Es braucht seine Zeit, bis unser Gehirn neue Gewohnheiten etabliert hat. Dabei kann ich dich unterstützen. In Form von Online Yoga, Meditation und Mindset-Workshops. So kann Selbstfürsorge von einem gedanklichen Konzept zu gelebtem Alltag werden. Über Patreon kannst du dich noch genauer über mich und mein Angebot informieren. Oder du schreibst mir unter kerstin.thost@hotmail.com für eine kostenlose Yoga Probestunde.


Fotos von Veronica Topp

35 views0 comments

Recent Posts

See All