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Naturschutz - systemrelevant?!

Ich habe mir heute sehr spontan Gedanken gemacht. Über Naturschutz, Naturschützer und deren relevanz für unsere Gesellschaft. Und mich dann so aufgeregt, dass ich zu schreiben begonnen habe. Hier könnt ihr lesen, weshalb...


Ich hatte ind den letzten Jahren bereits das eine oder andere Gespräch mit Menschen, in denen nachhaltige Entwicklungshilfe und Umwelt-Aktivismus sehr unterschiedlich bewertet werden. Hierbei geht es um den Wert dieser Tätigkeiten, und ob ein Entgeld gerechtfertigt sei. Es hat sich herausgestellt, dass dies ein echt kontroverses Thema zu sein scheint.


Die liebe Greta Thunberg wurde bereits für ihre teilweise gut gemanagte Klimaschutz Promotion kritisiert. Menschen die über Nachhaltigkeit aufklären (etwa auf Social Media), und dann auch versuchen Geld zu verdienen oder zumindest mal keine Verlust machen wollen, werden mit Shitstorms überrollt. Menschen die ganz normal in Umweltschutz Organisationen und Behörden arbeiten, werden nicht immer gut bezahlt. Und bei einigen Projekten steht und fällt die Umsetzung mit der Verfügbarkeit von Freiwilligen, mies bezahlten FÖJlern und dergleichen - der NABU kann hiervon vermutlich ein Lied singen.


Ich vermute, das Problem liegt an dem riesigen Feld an freiwilligen Naturschützern, die verstehen, wieso es sich lohnt sich für die Umwelt einzusetzen. Sie werden für alles herangezogen, weil sie es schließlich "wollen". Ein kleiner Teufelskreis...


Und ja, darüber hinaus gibt es Menschen in Behörden, in nicht-staatlichen Organisationen, oder auch vereinzelte Unternehmen, die sich ausschließlich dem Umweltschutz widmen. Jeder von ihnen agiert auf einem anderen Level, was absolut notwendig ist, um die Thematik breit zu streuen und zu vertreten. Jeder von ihnen hat eine andere treibende Kraft, und auch andere Macht, um nachhaltige Ziele im Namen der Natur umzusetzen. Auf keinen kann man verzichten, und keinen durch eine andere Instanz ersetzen.


Denn es ist ganz eindeutig, der Schutz unseres Planeten eine Gemeinschafts-Aufgabe. Und gemeinnützig heißt in unserer Gesellschaft leider immer noch, dass passionierte Menschen sich einsetzen, und meist nicht für ihren Einsatz belohnt werden.

Doch können wir uns die unfassbar langsame Entwicklung dieses wachsenden Wirtschaftszweiges wirklich leisten? Wir wissen schon lange, dass unser Gesundheitssystem mehr finanzielle Mittel und auch Kapazitäten benötigt. Erst jetzt wird auch dem letzten Hamsterer klar, weshalb. Ich meine, ähnliches gilt für den Naturschutz.


Die Folgen für Umwelt- und Klimaschäden sind nicht nur etwas, das in der Zukunft stattfindet. Wir alle sehen die Häufung von Umweltkatastrophen wie Stürme und Flutwellen. Jedem leuchtet ein, dass eine langfristig funktionierende Versorgung durch die Landwirtschaft auf dem Schutz unserer Böden basiert. Wir alle haben verstanden, dass unsere Gewässer und unser Grundwasser besser nicht mit Chemikalien verseucht werden dürfen. Wir alle haben verstanden, dass Feinstaub Menschenleben kostet. Wir alle kennen die Konsequenzen des Konsumes von kurzlebigen und unethischen Produkten.


Ist es dann nicht absolut einleuchtend, dass Naturschutz systemrelevant ist? Warum sollte nicht auch hier ein angemessenes Gehalt für die Menschen rausspringen, die in dem Bereich arbeiten? Oder eine faire Vergütung oder Unterstützung der vielen Volontäre in diesem Bereich?


Ist es nicht himmelschreiend klar, dass es mehr Rockstars unter den Naturwissenschaftlern geben sollte? Wie etwa Jane Goodall und Steve Irwin?


Ist es nicht eine logische Konsequenz, dass in Zukunft mehr Aktivisten folgen sollten- mit einer lauten Stimme und einer vergleichbaren Medienpräsenz wie bei Greta, Earthling Ed und Luisa Neubauer?


Let´s talk about money


Die Sport Industrie hat 2017 90 Milliarden USD Umsatz gemacht (Statista.com). Ein Sport Event ist mit Verlaub, nicht etwas, dass ich zum überleben brauche.


Die Musik Industrie, so schön sie auch klingen mag, verdiente 9,8 Milliarden USD in 2017 (forbes.com), die vermutlich zu einem großen Anteil auch anders hätten verwertet werden können.


Die Video-Spiel Industrie erreicht unglaubliche 119,6 Milliarden USD in 2018 (businessinsider.de). Mal abgesehen davon, dass inzwischen einige Menschen ihre Geld in diesem Business verdienen, glaube ich nicht, dass mir die Luft zum atmen fehlen wird, sollte dieser Zweig wegbrechen (und ich bin bekennende Gamerin).


Im Jahr 2012 gab es die Schätzung, dass jedes Jahr 80 Milliarden USD von Nöten wären um die Biodiversität auf der Erde zu erhalten (birdlife.org) - ganz schön viel Geld aber durchaus machbar für bald 8 Milliarden Menschen. Die Zahlen sind seither natürlich höchst wahrscheinlich deutlich gestiegen. Aber was hierbei gerne vernachlässig wird, weil es nicht einfach so zu berechnen ist und an viele weitere Faktoren gebunden ist, ist der Nutzen und die Leistungen der Natur, die definitiv jede Investitionssumme wert ist.


Und auch wenn ich hier ein wenig überspitzt Kritik geübt habe, möchte ich nicht jeden irrelevanten Wirtschafts-Zweig absägen, schließlich beruht alles im Leben auf einer guten Balance zwischen Ernst und Vergnügen.

Dennoch ist es ätzend, dass man einen Stellenwert erörtert, und Naturschutz mit anderen Wirtschaftlichen und Gesellschaftlichen Zweigen vergleichen muss, um auch den Ökonomen und Politikern den Wert eines Ökosystemes begreifilich zu machen (ich steige jetzt nicht weiter in das Thema ein - recherchiert gerne mehr über Ecosystem Services, falls euch das interessiert).


Fazit

Ich finde, dass sich Menschen, die gute Arbeit für unseren Planeten leisten, mit Fug und Recht auch dafür bezahlen lassen dürfen. Dass der notwendige Aktivismus nicht nur in der Öko-Blase gefeiert wird. Und, dass mehr Menschen diese grüne Transformation unserer Gesellschaft mit offenen Armen begrüßen und nicht zu sehr an unseren veralteten erdöl-verschmutzten Traditionen festhalten.


#gogreenstaygreen




Cover Image: https://unsplash.com/photos/ZVprbBmT8QA

First image: https://unsplash.com/photos/_kB9NKpErH4

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©  2019-2020 Tara Sukic - Diverse Thinking